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Unser Beitrag zum Naturschutz

Lebensräume erhalten, schützen und wiederherstellen

Die Bedeutung des Lämmerhofes für den Naturschutz

Eine außergewöhnliche Vielfalt erhalten und pflegen

Unsere Region ist stark durch die Einflüsse der letzten Eiszeit und auch deren klimatischen Entwicklungen geprägt. Das Relief entspricht dem Charakter eines Hügellandes. Begrenzt durch das nördlich liegende Lübecker Becken prägen west-östlich streichende Endmoränenstaffeln der Jungeiszeit die Landschaft. Unsere Hauptflächen befinden sich in dieser Endmoränenlandschaft und im Möllner Sander auf relativ leichten Böden, was uns u.a. den Bau von Flachgewässern und den Anbau von Wildpflanzen erleichtert. Unsere zuletzt gepachteten Weidelandschaften befinden sich im Biosphären-Reservat Schaalsee-Landschaft.

Der Hof liegt eingebettet in einem Gebiet mit erheblicher Bedeutung für den Naturschutz. Die Gründe hierfür sind zum einen klimatisch bedingt aufgrund der Übergangslage der Region zum kontinental geprägten Klimagebiet, aber ganz besonders auch im Erhalt vieler historischer Landschaftsbestandteile zu sehen. So sind zum Beispiel die meisten Saum- und Verbundstrukturen der Landschaft und des Hofes Knicks mit einem Alter von über 200 Jahren sowie bäuerliche Feldgehölze an Geländekanten oder begleitende Saumwälder entlang der Uferbereiche von Stillgewässern. In der Feldflur finden sich stabile Bestände von Niederwildarten wie Feldhase und Fasan. Auch kommen noch Rebhuhn und Wachtel vor und der Wachtelkönig in kleinen und zum Teil nur sporadisch brütenden Populationen.

Viele Landschaftsbestandteile des Hofumfeldes sind als FFH- und Vogelschutzgebiete entsprechend dem Natura 2000-Netz gemeldet. Unter anderem findet sich im Landschaftsraum z.B. die höchste Siedlungsdichte an Kranichbrutrevieren im westlichen Verbreitungsareal. Aber auch viele andere und vor allem biotopwechselnde Arten wie Weißstorch, Kiebitz, Seeadler, Schwarzspecht, Bekassine oder Waldwasserläufer nutzen die Flächen des Hofes als Brut- bzw. Rast- und Nahrungsbiotop.

Unser Hellmoorareal hat sich inzwischen zum führenden Kranichrastplatz im Landkreis entwickelt, da aufgrund der anhaltenden Trockenheit der letzten Jahre gewöhnliche Rastplätze entfallen sind.

Bemerkenswert für unsere Region ist der hohe Waldanteil von 25% an überwiegend naturnah bestockten Wäldern. Typische Vogelarten, die in den angrenzenden Waldökosystemen ihr Brutgebiet haben bzw. im engen Bezug zum Wald stehen, sind oftmals im Gelände an Gewässern und Gehölzsäumen anzutreffen. Hervorzuheben sind hier der Seeadler, Kranich, Mittelspecht, Zwergschnäpper, Waldwasserläufer, Rotmilan und in Gewässernähe auch Gänsesäger und Schellente sowie an Sukzessionsflächen Schlagschwirl, Heidelerche, Wendehals und Sperbergrasmücke.

Es liegt in unserer Verantwortung, diese außergewöhnliche Vielfalt zu erhalten und zu pflegen. Unser Engagement geht weit über die Anforderungen der ökologischen Bewirtschaftung hinaus und ist fester Bestandteil unseres Konzepts.

Extensive Weidelandschaften

Vielfältige Strukturen schaffen, artenreiches Grünland erhalten

Seit den 90er Jahren hat sich herausgestellt, dass die Wirkung artenreicher großräumiger Weidelandschaften von herausragender Bedeutung für den landesweiten Biotopverbund ist. Das Rind übernimmt die Aufgabe des Landschaftspflegers und schützt das Grünland vor übermäßigem Gehölzaufkommen. Die Weidehaltung mit Rindern ist heutzutage selten geworden und nur im Rahmen geförderter Naturschutzprojekte möglich. Da unsere Landschaft historisch gesehen stark durch das in früheren Zeiten wild lebende Rind geprägt ist, sind viele Arten der Offenlebensräume davon abhängig, dass Rinder diese Bereiche offenhalten. Zudem ziehen Rinder Insekten magisch an, so das z. B. die Stare sich bevorzugt dort aufhalten, wo Rinder grasen (wenn nicht gerade die Kirschen reif sind). Auch die Schwalben fangen viele ihrer Fliegen direkt über der Rinderherde und die Kraniche durchstochern sämtliche Kuhfladen nach Insektenlarven.

Die extensive Beweidung führt zu einer Struktur- und Artenvielfalt in der Fläche: Manche Bereiche werden kurzgefressen, andere weniger stark oder sogar stehen gelassen, Gehölze werden mal stark verbissen, mal bleiben sie unangetastet, manche Stellen werden stark von den Rindern getreten und andere wiederum vermieden. Diese Vielfalt an unterschiedlichen Strukturen ist ein Paradies für verschiedenste Pflanzen-, Insekten-, Vogel- und Säugetierarten.

Biotope gestalten

Die Artenvielfalt positiv beeinflußen

Biotop gestaltende Maßnahmen dienen dem Schutz, der Entwicklung, der Wiederherstellung oder der Schaffung neuer Biotope oder naturnaher Landschaftsbestandteile. Es geht darum, dank gezielter Maßnahmen der Landschaft ein Stück weit ihrer Eigendynamik zurückzugeben. Wir müssen großes Augenmerk darauflegen, dass die entstandenen oder erhaltenen Lebensräume miteinander verbunden werden, damit ein sog. „Biotopverbundsystem“ entsteht.

Gleich in den 1990er Jahren hat sich Detlef Hack an die Arbeit gemacht: Durch Flächentausch und Zerstörung von Drainagen wurde das Hellmoorareal Stück für Stück aus der Ackerbewirtschaftung genommen und renaturiert. Gefolgt sind zahlreiche Einzelprojekte, die jetzt feste Teile unserer Landschaft sind oder noch werden.

Wir orientieren uns an den Boden- und Wasserverhältnissen, an den faunistischen und floristischen Gesellschaften, und überlegen je nach Fall zusammen mit beratenden und fördernden Akteuren welche Maßnahmen am wirkungsvollsten wären. Neben dem Drainagerückbau können u.a. Flachgewässer neu angelegt, verfüllte Feldkuhlen wieder eröffnet, Steilkanten gebaut, Sandbereiche eingerichtet oder Obstwiesen und Knicks gepflanzt werden… Es entstehen wieder natürliche Überflutungsbereiche, Vogel-Reviere, Amphibien-Habitate, Lebensräume für seltene Wildpflanzen und Wildbienen, und vieles mehr.

Erlenbruch Bleeken

Bruch- und Quellwald

Osterquelle

Feuchtbiotop

Glasrader Redder

historischer Redder mit kleinen Feuchtbiotopen

Flaggenbrock

Feuchtgebiet

Panteraa Kerbtal

Erosionsrinne

Schwarzdorndickicht Bockshoop

komplett verbuschter Osthang

Steilhang Bockshoop

natürliche Böschungskante
mit mooriger Senke

Trollfjord

Feuchtgebiet

Krötenquelle

Feuchtbiotop

Hellmoor See

großräumiges Flachgewässer am Ende des Seitentalzuges der Diekbekniederung

Knickvernetzung Bockshoop Stibrock

historische Hecken (Knicks)

Nachtigallenbusch

alter Feldweg mit Gehölz

Öko-Konten

Wertvolle Ausgleichsflächen

2021 haben wir unsere ersten drei Ökokontoflächen (insgesamt 10,9 ha) in Panten gebaut. Diese sind in ein zusammenhängendes Weide-Ensemble von über 80 ha um das Dorf Panten herum eingegliedert. Folgende Maßnahmen haben wir realisiert:

  • Zerstörung vorhandener Drainagen
  • Umwandlung von Acker auf Dauergrünland mit Einsaat einer eigenen, standortgerechten Wildpflanzen-Saatmischung
  • Anlage von diversen, standortangepassten Flachgewässern, z.T. mit Rohbodeninsel
  • Einrichtung einer Steilkante für Insekten und Schwalben
  • Anlage diverser Stein- und Totholzhaufen
  • Erweiterung der Streuobstwiese mit gebietstypischen, alten Obstsorten
  • Pflanzung von Solitärgehölzen
  • Neuanlage von Drei Wallknicks, insgesamt 172 m lang

Außerdem haben wir bei weiteren Ökokonten als Saatgut-Lieferanten bzw. als Maßnahmenumsetzer mitgewirkt.