Unsere Landwirtschaft ermöglicht Qualitäten


Vitalität auf allen Ebenen

Die Landwirtschaft wird durch drei Eckpfeiler charakterisiert:
  • die Fruchfolge der Ackerfrüchte
  • die Neuanlage und Pflege von verschiedensten Landschaftselementen
  • und dem Weidemagement der Nutztiere.
Unseren Erfolg messen wir sowohl am Ertrag der Ernte als auch an der Menge z.B. der Regenwürmer und der Wildarten in der Landschaft. Sie sind ein Spiegelbild der Vitalität unserer Landschaft. Ein breites Artenspektrum zeigt Lebensfreude und Kraft, diese Vitalität hat ganz entscheidenden Einfluss auf die Qualität unserer Nahrung und dem Wohlbefinden des Menschen.
Die wichtigen Mitarbeiter im Boden sind Regenwürmer und Knöllchenbakterien. Sie sorgen dafür, dass die natürliche Fruchbarkeit erhalten und gemehrt wird. Wir denken dabei in langen Zeiträumen: Ursache und Wirkung können Jahre auseinander liegen. Die entscheidenden Unbekannten sind dann Niederschlagsverteilung, Sonnenscheindauer und Temperaturverlauf. Wenn der Boden in gutem Zustand ist, können ungünstige Witterungsabschnitte gut abgepuffert werden.

Anbau

Wildartenfreundlicher Anbau

Wenn Landwirtschaft und Wildnis Freunde sind

Unsere Acker- und Grünlandflächen sind durchzogen von zahlreichen Biotopen wie z. B. Knicks, Feldgehölze oder Tümpel. Diese Vielfalt ergibt eine vielgestaltige Landschaft in der eine Vielzahl wild lebender Arten vorkommt. Besonders in den Übergängen von Biotop zu Feld findet das bunte Treiben ungestümer, lebensfreudiger Artenvielfalt statt. Diese Lebendigkeit strahlt auf die Früchte unserer Felder, so dass man sagen kann: Die Produkte unseres Hofes wachsen inmitten Natur heran, in der es rundherum und mittendrin blüht, summt und schwirrt. 

Konkrete Maßnahmen in unserer Landwirtschaft:

  • Zulassen von Nischen für Wildarten in den Flächen (Nassstellen, Feldgehölze, Tümpel, Steine etc.)
  • Großzügige, weiche Übergänge an den Feldrändern durch breite Säume (Wanderkorridore)
  • Kleinteilige Felder mit unterschiedlichen Kulturen
  • Anlage von Streifen mit Blühmischungen oder Selbstbegrünungen als Lebensraum
  • wild belassene Verbundachsen fördern und neu anlegen (Hecken, Grassäume, offene Bäche, u.a.)
  • Natürliches Nahrungsangebot für die Wintermonate schaffen (Winterstoppel, unbearbeitete Flächen, unbeerntetes Getreide, überjährige Grasbestände, Totholzhaufen u.a.)
  • Schutz der Bodenbrüter durch an ihren Brutzeitraum angepaßtes maschinelles Bearbeiten oder Mahd
Vielfältige Landschaft

Felder

Die Natur braucht Vielfältigkeit

AUCH LANDWIRTSCHAFT KANN LANDSCHAFT GESTALTEN

Unsere Felder liegen in zusammenhängenden Blöcken verteilt in den Feldmarken der Ortschaften Panten, Mannhagen, Nusse, Hollenbek, Neu-Horst, Dechow und Ritzerau. Insgesamt sind über 100 einzelne Felder zu betreuen, die vom Boden her und von den dort vorkommenden Wildarten sehr unterschiedlich sind - eine Herausforderung für unsere Landwirte des Lämmerhofes. 

Innerhalb der Felder fördern wir die verschiedensten Biotope und ihre Vernetzung in der Landschaft. Über dieses Netz sind unsere Felder miteinander verbunden. Dieses Netz ist wichtiger Rückzugs- und Nahrungsraum als auch Wanderkorridor für freilebende Arten. Hier finden wir das seltene Braunkelchen, den Neuntöter, den Bläuling, aber auch Gänse und Kraniche oder die Wildschweine und manchmal auch den Wolf. Es ist ein gutes Zeichen, dass die Wildtiere unsere Felder und deren Ränder gerne aufsuchen. Wir lassen uns darauf als Landwirte ein. Wir wissen, wo wir lieber keine Bohnen anbauen sollten oder den Weizen dichter säen müssen, damit es auch für die Kraniche reicht. Wir schauen dann als Naturschützer auf die Kraniche, wenn zum Beispiel 200 von ihnen den frisch gekeimten Sommerweizen entdecken. Der imposante Anblick dieses Naturphänomens entschädigt vieles und wenn dann bald der Regen fällt, wächst sich so einiges wieder zurecht.  

Eine Nische für Wildtiere

Viele Arten sind auf die Verschiedenartigkeit im Anbau angewiesen, die entstandenen Nischen beleben die Natur. Darum halten wir die Feldgrößen bewusst kleiner, um den Lebensraumansprüchen der Wildarten besser gerecht zu werden. Rebhuhn und Fasan lieben Haferschläge aufgrund der vielen Insekte. Die Feldlerche brütet gerne in niedrig wachsenden Kulturen wie Sommergerste und Kleegras. Kornblume und Klatschmohn sind meist im Dinkel oder Roggen zu Hause. Die Wachtel liebt die spät zu erntene Bohne, und die Greifvögel jagen auf den überwinternden Stoppelfeldern der vielen Mäuse wegen. 

Somit ist der Landwirt auch der Wirt für viele Wildtiere. Wir leben auf dem Lämmerhof eine in die Zukunft schauende Agrarkultur, als Geschenk an die kommenden Generationen.

Fruchtfolge

Fruchtfolge

Die Fruchtfolge

Mit Know-how und Gefühl

Das Abstimmen und Miteinander der über 20 verschiedenen Ackerfrüchte begründet sich auf Standorteigenschaften, Bodenverhältnissen, Bodenansprüchen und Vermarktungsmöglichkeiten der jeweiligen Kultur. Auf 380 ha Druschfläche wachsen Getreide und Leguminosen (Bohnen, Klee) in kleinparzellierten Schlägen von durchnittlich 4,5 ha. Die siebengliedrige Fruchfolge sieht in etwa gleichen Teilen Winterungen (Roggen, Dinkel) als auch Sommerungen (Hafer, Braugerste und Bohnen) vor.  Für Boden- und Humusaufbau kommen Kleegras, Körnerleguminosen und Zwischenfrüchte zum Einsatz. Zwischen den einzelnen Parzellen liegen ungenutzte Streifen brach, oft werden daraus überjährige Stilllegungen oder auch extra bunt angesäte Blühstreifen. Eine struktur- und abwechslungsreiche Landschaft wird kreiert. 
Die Stückelung der Ackerschläge bringt zwar arbeitswirtschaftliche Nachteile und hohe logistische Anfordungen, begünstigt aber die Biodiversität und entspricht dem Profil des Lämmerhofes: aus Liebe zur Erde.
Bei der Mahd der Kleegräser achten wir mit einem späten Nutzungstermin (Ende Juni) darauf, Bodenbrüter und Niederwild möglichst wenig zu beeinträchtigen. Für die Kleinlebewesen und Insekten bedeutet die Mahd dennoch immer einen immensen Eingriff, den wir durch nicht-gemähte Streifen versuchen abzupuffern. Diese Areale dienen dann als Nahrungs- und Lebensraum und gewährleisten stabile Populationen. 

Die Bodenbearbeitung: Beim Pflügen wird das Bodenleben auf den Kopf gestellt. Doch der Pflug hilft, die Wurzelunkräuter (Quecke) zu kontrollieren und Strohreste einzuarbeiten. Durch eine flache Bodenbearbeitung und schützende Vegetationsdecken schonen wir das Bodenleben. 

Der Anbau von Untersaaten und Zwischenfrüchten: 
Die sichere Etablierung von Kleegras-Untersaaten im Getreide erwies sich in den letzten Jahren als zunehmend schwieriger. Ausgedehnte Frühjahrstrockenheiten (Klimawandel läßt grüßen) einerseits und Schneckenfraß andererseits ließen die Bestände kümmern. 
Der mehrstufige Pflanzenbestand der Zwischenfrüchte (Wicken, Buchweizen, Ausfallgetreide und Beikräuter) schafft einen vielseitigen Bewuchs und reduziert das Risiko, Nährstoffe in der Vegetationsruhe auszuwaschen. Bei zeitiger Aussaat Mitte August erlangt  der Buchweizen die Samenreife und dient z.B. den Goldammern als Winterweide. Die Wicken fixieren in Symbiose mit den Knöllchenbakterien den Luftstickstoff und erhöhen so entscheidend die Bodenfruchtbarkeit.
Feuchtbiotop

Landschaftselemente

Vielfältige Strukturen

Biotopvernetzungen bieten Lebensraum

Die Landschaftselemente auf dem Lämmerhof bestehen v.a. in Knicks und Knickgehölzen, Blühstreifen, Stilllegungen, Feuchtbiotopen, Kleingewässern, Streuobstwiesen, Magerstandorten und Säumen an den Wegrändern etc. Sie alle dienen sowohl dem Arten- und Klimaschutz als auch dem Erholungswert. 

Was können wir in der Landwirtschaft noch mehr tun? 
Einzelbiotope werden aktiv durch kurzzeitige oder langlebige Strukturen verbunden und gewährleisten Lebensraum für sensible Tier- und Pflanzenarten.  Die Stoppelbearbeitung nach der Getreideernte unterlassen wir oft, um  das Vorkommen von Wildarten zu fördern, z.B. um spätreifen Beikräutern wie Ackerschwarzkümmel und Ackerröte die Samenreife zu ermöglichen.

Beispiel Knick: Landschaftsprägend sind, v.a. in der Gemarkung Lankau, die historischen Knickstrukturen. Die Knicks fördern ein lebensfreundliches Mikroklima, dienen als Erosionsschutz und bilden die Grundlage für eine CO2-neutrale Rohstoffversorgung. Die Verfeuerung von Holzhackschnitzel findet bereits im privaten Bereich statt und soll künftig auf den Betrieb (Gewächshaus, Getreidetrocknung) ausgedehnt werden. Der Pflege durch auf-den-Stock-setzen (ca. alle 15 Jahre) widmen wir uns v.a. in den Wintermonaten, alternde Knicks neigen zu Auflichtungen und sind dann als Bruthabitat für viele Vogelarten (Neuntöter, Sperbergrasmücke) ungeeignet. 

Neben dem Mikroklima begünstigen intakte Knickstrukturen auch das Makroklima: pro Grad Temperaturerhöhung steigt die Verdunstung um 5%. Eine abnehmende Bodenfeuchte führt zu geringerer Nährstoffverfügbarkeit und zu Winderosion. Oberhalb eines Temperaturoptimums werden Kulturpflanzen geschädigt, die Folgen sind verringerte Kornzahl pro Ähre. Der Knick dagegen schont den Wasserhaushalt und spendet wichtigen Schatten. Eine Landschaft aus einem Mosaik von Knicks, flachen Gewässern und begrünten Flächen trägt intensiv zu einem ausgeglichenem Klima bei.
Weidenmanagement

Weiden

Das Weidenmanagement

Rinder und Schweine

Beide Nutztierarten festigen den Betriebskreislauf auf ganz unterschiedliche Weise. 
Die Schweine weiden auf einer hofnahen Standweide, jede Gruppe von 15 Tieren hat einen großzügigen Auslauf von 2.000 qm. Sie verwerten das Ausputzgetreide und die Gemüsereste.

Die Rinderhaltung dient vorrangig der Pflege der von uns betreuten Naturareale: Sie weiden auf den extensiv genutzten Grünlandflächen. Zwischendurch dürfen sie auch auf den Zwischenfrüchten der Ackerflächen grasen. Sie ziehen als Herde ähnlich ihren Vorfahren über die großzügigen Grünlandflächen ums Hellmoor und um den Pantener Moorweiher. Diese Wiederkäuer und verschiedene Kräuter bilden die Basis für die Herstellung der Demeter-Präparate.

Schweine

Tiere

Glückliche Tiere auf großzügigen Weideflächen

Glücklich ist, wer selbst entscheidet.

Viehspiegel
Rinder: 80 Tiere (davon 30 Mutterkühe mit Kälber,     
1 Bulle, 40 Ochsen und Färsen bis 2,5 Jahren)
Schweine: 90 Mastschweine
 
Die Tierhaltung des Hofes ist eher klein. Wir wollen unseren Nutztieren soviel Platz wie möglich geben, ihnen Zeit zum Wachsen lassen und verhindern, daß sie in Nahrungskonkurrenz zum Menschen treten. So haben sie großzügige Weideflächen, auf denen sie umherziehen können. Viele ökologische Probleme unserer Welt haben ihre Ursache in überhöhten Viehdichten. Zur Vielfalt des Hofes und der Landschaft gehören Tiere dazu, doch wir möchten die Ansprüche des jeweiligen Lebewesens achten. 

Die Rinder
Unsere Rinderhaltung findet v.a. mit dem Ziel einer ganzjährigen extensiven Beweidung der Landschaftsflächen statt. Die Beweidungsintensität wird aus Naturschutzsicht festgelegt. Das Rind übernimmt die Aufgabe des Landschaftspflegers und schützt das Grünland vor übermäßigem Gehölzaufkommenen. Die extensive Beweidung führt zu einer Struktur- und Artenvielfalt in der Fläche. Die Rinder leben im Überfluss. Besonders profitieren z.B. Neuntöter, Kranich, Braunkehlchen und die Amphibien in den besonnten Übergangsbereichen der Laichgewässer im Grünland. Die Mutterkühe kennen sich im Gelände aus: die kühlen Waldränder, die Bereiche mit schmackhaftem Gras und die offenen Bodenstellen zur Aufnahme von Mineralien. Wir selektieren die Deutsch Angus-Kühe auf  Friedfertigkeit und Mutterverhalten. Die männlichen Tiere und einige Färsen werden im Alter von zwei bis drei Jahren als Schlachttiere von wilder Weide verkauft. Zum Abkalben kommen die Mutterkühe im Februar und März zum Stall an den Hof. 

Die Schweine
Schweine laufen und toben auf der Wiese und fressen das frische Grün, suhlen nach Belieben oder dösen im großzügigen Schweineschloss. Besuchergruppen dürfen die neugierigen Schweine mit Gras füttern und die lustigen Ringelschwänze zählen.
 Die Schweine sind die Saubermänner und -frauen des Hofes. Sie sorgen dafür, daß alle Reste des Gewächshauses einmal in ihrem Magen verdaut werden und sich somit keine Fruchtfolgeprobleme aufbauen. Auch verwerten sie Getreidepartien, die aufgrund etwaiger fehlender Backqualitäten nicht taugen. Die Anzahl der Schweine richtet sich nach Menge der Reste auf dem Hof, eine Nahrungskonkurrenz zum Menschen ist nicht gegeben. In unserem Stall haben die Schweine viel Platz, Stroh zum Einkuscheln und auf der Hauskoppel einen großzügigen begrünten Freiauslauf unter Eichenbäumen.
Demeter-Gemüse

Gemüse

Demeter - Gemüse vom gesunden Ackerboden

Gurken, Salate, Mangold und Hokkaidos vom Lämmerhof in Panten

Die schmackhaften Gurken des Lämmerhofes sind in den Naturkostläden bekannt. Denn sie wachsen auf richtiger Erde, also Ackerland, aber im Glashaus mit tropischen Temperaturen, in langen Sommertagen und mit reichlich Wasser aus dem Hofbrunnen. Und über dem 2500 mgroßen Gewächshaus fliegen laut trompetend die Kraniche ins benachbarte Hellmoor ein und aus. Im Gewächshaus wird mit abgelagertem Mist aus der Tierhaltung gedüngt. Vor- und Nachkulturen der Gurken sind Feldsalat über Winter und im Frühling verschiedene Kopf- und Buntsalate und Mangold. Diese Kulturen kommen ohne Düngung aus und werden von den Kunden oft schon heiß ersehnt, da sie das erste Grün des Jahres bieten. 

Demeter-Anbau

Demeter - Landwirtschaft: Harmonisierung der Prozesse

mit Kamille, Schafgarbe, Baldrian, Eichenrinde und Löwenzahn.

Über die besonderen biologisch-dynamischen Prinzipien versuchen wir die Prozesse auf unseren Feldern zu harmonisieren, mit dem Ziel einer höchsten Nahrungsmittelqualität und Toleranz gegenüber Einflüssen von außen. 
Wichtige Hilfsmittel sind hier die selbst hergestellten biologisch-dynamischen Präparate. Die Blüten werden dazu z.B. in tierischen Hüllen zum Trocknen aufgehängt. Einige fertige Blütenpräparate werden im Misthaufen angewendet, andere in Wasser verrührt und damit dynamisiert. 

Es handelt sich hier um ein Geschenk der Natur, aus intakter Natur des eigenen Hofes entnommen. Diese Präparate werden auf allen landwirtschaftlichen Flächen eingesetzt (mit unserem Präparatemobil). Sie kräftigen und harmonisieren das Wachstum und fördern den Auf- und Abbau von Humus zum jeweils richtigen Zeitpunkt. Es sind komplexe Vorgänge, deren Wirkung über die Jahre zu sehen ist. Mehr dazu: www.demeter.de

Bauernhof Panten – unser Team

Gruppenfoto Bioladen Mannhagen

V.l.n.r obere Reihe: Lars-Gerrit, Edward, Detlef, Herwich, Fritjof, Boris
Mittlere Reihe
: Franziska, Gaby, Thomas, Anetta, Daniel
Vordere Reihe: 
 Marcia, und die Praktikanten Fridolin und Timm