Die Fruchtfolge
Mit Know-how und Gefühl
Das Abstimmen und Miteinander der über 20 verschiedenen Ackerfrüchte begründet sich auf Standorteigenschaften, Bodenverhältnissen, Bodenansprüchen und Vermarktungsmöglichkeiten der jeweiligen Kultur. Auf 380 ha Druschfläche wachsen Getreide und Leguminosen (Bohnen, Klee) in kleinparzellierten Schlägen von durchnittlich 4,5 ha. Die siebengliedrige Fruchfolge sieht in etwa gleichen Teilen Winterungen (Roggen, Dinkel) als auch Sommerungen (Hafer, Braugerste und Bohnen) vor. Für Boden- und Humusaufbau kommen Kleegras, Körnerleguminosen und Zwischenfrüchte zum Einsatz. Zwischen den einzelnen Parzellen liegen ungenutzte Streifen brach, oft werden daraus überjährige Stilllegungen oder auch extra bunt angesäte Blühstreifen. Eine struktur- und abwechslungsreiche Landschaft wird kreiert.
Die Stückelung der Ackerschläge bringt zwar arbeitswirtschaftliche Nachteile und hohe logistische Anfordungen, begünstigt aber die Biodiversität und entspricht dem Profil des Lämmerhofes: aus Liebe zur Erde.
Bei der Mahd der Kleegräser achten wir mit einem späten Nutzungstermin (Ende Juni) darauf, Bodenbrüter und Niederwild möglichst wenig zu beeinträchtigen. Für die Kleinlebewesen und Insekten bedeutet die Mahd dennoch immer einen immensen Eingriff, den wir durch nicht-gemähte Streifen versuchen abzupuffern. Diese Areale dienen dann als Nahrungs- und Lebensraum und gewährleisten stabile Populationen.
Die Bodenbearbeitung: Beim Pflügen wird das Bodenleben auf den Kopf gestellt. Doch der Pflug hilft, die Wurzelunkräuter (Quecke) zu kontrollieren und Strohreste einzuarbeiten. Durch eine flache Bodenbearbeitung und schützende Vegetationsdecken schonen wir das Bodenleben.
Der Anbau von Untersaaten und Zwischenfrüchten:
Die sichere Etablierung von Kleegras-Untersaaten im Getreide erwies sich in den letzten Jahren als zunehmend schwieriger. Ausgedehnte Frühjahrstrockenheiten (Klimawandel läßt grüßen) einerseits und Schneckenfraß andererseits ließen die Bestände kümmern.
Der mehrstufige Pflanzenbestand der Zwischenfrüchte (Wicken, Buchweizen, Ausfallgetreide und Beikräuter) schafft einen vielseitigen Bewuchs und reduziert das Risiko, Nährstoffe in der Vegetationsruhe auszuwaschen. Bei zeitiger Aussaat Mitte August erlangt der Buchweizen die Samenreife und dient z.B. den Goldammern als Winterweide. Die Wicken fixieren in Symbiose mit den Knöllchenbakterien den Luftstickstoff und erhöhen so entscheidend die Bodenfruchtbarkeit.