Eine Vollhufnerstelle damals und heute
Die Geschichte des Vollerwerbbetriebes in Panten.
Die beiden Höfe Hack und Brüggemann haben eine lange Tradition, das wurde anläßlich der 850-Jahres Feier des Dorfes Panten recherchiert. Seit der Verkoppelung um 1780 sind sie in Familienbesitz. Damals war die erste staatlich angeordnete Agrarreform, die die Pantener Feldmark (damals im Besitz des Mecklenburgischen Landadels) unter den Bauern aufteilte. Es gab die Auflage, die Felder durch Knicks (Wallhecken) voneinander abzugrenzen. Alle Höfe hatten so in etwa gleiche Anteile an verschiedenen Bodengütern. Hier wurde eine Vollhufnerstelle geschaffen, d.h. ein Bauernhof mit ca. 60 ha Land.
Erster Grundeigentümer des Hofes in Panten war Jürgen Johann Ehlers geb. 1762. Erste Erwähnungen des Familiennamen Ehlers datieren auf 1593. Um 1850 war die Hofstelle von Hans Heinrich Ehlers und seiner Frau Maria Magdalene geb. Lohs bewirtschaftet. Sie gaben sie 1869 dem Sohn Johann Franz Friedrich Ehlers. Das Haus ist auf einem Gemälde festgehalten, die anderen Höfe im Dorf ähnelten wohl diesem. 1911 schlug der Blitz in den Hof Ehlers ein und brannte ihn nieder, dann schlug das Feuer auch auf die Höfe Stamer, Schwarz und Bartels über. Schon 1912 waren alle großen Hofgebäude im Dorf mit Ziegeln aus der Ziegelei Nusse neu aufgebaut, allerdings war die gerade neu angelegte Kopfsteinpflasterstraße Panten - Nusse völlig zerfahren.
1914 bekamen Friedrich Franz Andreas Christian Ehlers und sein Frau Marie Lucie Dorothea geb. Hardekopf die Vollhufnerstelle. Sie pflanzten vier Linden vor dem Wohnhaus (siehe Gemälde).
Friedrich F. A. Chr. wurde erst Mitte 40 Bauer auf dem Hof. Grund war eine schwere Auseinandersetzung mit dem Vater. So verliess er zunächst den Hof und wurde Pferdefuhrwerksführer bei der Holstenbrauerei in Hamburg. Nach dem Tod des Vaters kehrte Friedrich Ehlers zurück und übernahm den Hof. Er hatte dann spät zwei Töchter, u.a. Annemarie Ida, geb. 1917, Hoferbin, später verheiratet mit Karl Hack.
Nachdem die Frau Friedrichs verstarb, verpachtete Friedrich F. A. Chr. den Hof im Jahre 1921 an Herrn Plambeck aus Hamburg. Als Rückkehrer aus Süd-Westafrika pflegten sie einen wüsten Umgang in der Gegend. Schwierigkeiten mit der Bewirtschaftung kamen hinzu, so daß der Hof an Familie Andersen im Dorf unterverpachtet wurde. Nachdem dann Friedrich F.A.Chr. starb, bekam 1935 Annemarie den Hof mit 18 Jahren übertragen. Wohnhaft in Berkenthin, fand sie ihre Liebe in Karl Heinrich Hans Hack. Er war auch Hoferbe, doch das junge Paar entschied sich für die Bewirtschaftung der Pantener Hofstelle, obwohl hier großer Sanierungsbedarf war.
Als erster Sohn kam 1937 Karl Friedrich ans Licht der Welt, zwei Jahre später Heinrich. Vater Karl war früh verwundet und wenig im Krieg. Er brachte die heimatlos gewordenen Kameraden Otto Bürger, Arnold Schielke und Erwin Bremer mit. Um diese Gruppe rankt sich einiges an Legenden über die Nachkriegszeit im Dorfleben. Otto Bürger war bis zur Rente Mitarbeiter auf dem Hof und hat sowohl Karl Friedrich als auch Sohn Detlef Hack das Treckerfahren und den Umgang mit den landwirtschaftlichen Geräten beigebracht.
In der folgenden Flurbereinigung zur Steigerung der Produktivität in der Landwirtschaft (1954-1957) änderte sich das Bild der Pantener Feldmark und somit auch des Hofes dramatisch. Über die Hälfte der Knicks und anderer Landschaftsteile wurden zur Erreichung dieser Ziele gerodet. Der Lebensraumverlust bei steigender Intensität der Nutzung war eine der Hauptursachen für den Artenrückgang in der Feldmark.
Karl Friedrich übernahm 1961 den Hof, verheiratet mit Elke geb. Westphal. Der Hof wird als moderner Ackerbau-Veredlungsbetrieb knapp 30 Jahre lang von beiden erfolgreich geführt. 1989 übernimmt Detlef als ältester von drei Söhnen den Hof. Er gründet mit Christian Brüggemann aus Mannhagen 1990 den Lämmerhof als GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts).
Der Hof wird gemeinsam mit den Ehepartnern Urte Brüggemann und Ute Thode umgestellt auf ökologische Wirtschaftsweise (Bioland-Betrieb).
Eine weitere Flurneuordnung mit dem Ziel der Naturvermehrung verändert den Hof: In Anlehnung an die frühere Kulturlandschaft werden die Flächen des Lämmerhofes heute von vielen Knicks und Einzelbiotopen wie Teichen, Feldgehölzen sowie Trocken- und Nasswiesen durchzogen.
Ein Großfeuer zerstörte dann die Wirtschaftsgebäude im August 2000, das Wohnhaus konnte gerettet und saniert werden. Andere Gebäude wie der Schweinestall und eine Halle wurden später in großzügiger Entfernung zum Wohngebäude neu erstellt.
Der Lämmerhof hat sich 2004 für die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise nach Demeter-Richtlinien entschieden. Derzeit arbeiten auf dem Hof und im Hofladen 12 Mitarbeiter plus die beiden Familien.